Biowein-Betrug: Rheinhessiche Winzer vor Gericht

Zwei Deutsche Winzer aus Rheinhessen stehen wegen Betrugs vor Gericht. Medienberichten zufolge müssen sie sich für Verstöße gegen das Weinstrafrecht verantworten. Am Landesgericht in Bad Kreuznach findet die Verhandlung statt. Die beiden Winzer, Vater und Sohn, sollen Biowein mit konventionellem Zucker gepanscht und andere Vorgaben des Weinrechts missachtet haben.

22.11.2020
  • Lesezeit ca. 2 Minute
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  • 22.11.2020
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Hammer und Waage
© succo/pixabay.com

Der Bio-Weinbau unterscheidet sich in vielen Punkten vom konventionellen Weinbau. Um einen Wein „bio“ nennen zu dürfen, müssen Winzer viele Vorgaben und Richtlinien beachten. Einen Biowein herzustellen, kann durchaus aufwendiger und kostspieliger sein, als die Herstellung eines „normalen“ Weins. Ob ein Winzer diesen Aufwand auf sich genommen hat, erkennen Verbraucher am Etikett. Das Bio-EU-Siegel kennzeichnet Weine aus ökologischem Weinbau. Doch manche Winzer nehmen die Anforderungen weniger ernst als andere. Das zeigt auch ein aktueller Fall in Deutschland.

Lesen Sie auch: Biowein vs. normaler Wein: Wo ist der Unterschied?

Biowein mit konventionellem Zucker gepanscht

Laut SWR werfe die Anklage den beiden Winzern vor, ihre Weine nicht rechtmäßig hergestellt und vermarktet zu haben. Unter anderem hätten sie konventionellen Zucker verwendet, um den Wein zu süßen. Anschließend sollen sie den Wein als „bio“ verkauft haben.

Die beiden Winzer seien sogar so weit gegangen, dass sie bei einer Betriebskontrolle gefälschte Rechnungen über den angeblichen Bezug von Bio-Zucker vorgelegt haben.

Bioweine aus Spanien zum Vorteilspreis

Flasche Angaben zu Lage und Alkoholgehalt

Nicht nur bei den Zutaten hätten die beiden Winzer aus Rheinhessen gemogelt. Ihnen werde außerdem vorgeworfen, falsche Angaben zum Alkoholgehalt oder zur Lage der Weine gemacht zu haben. Beide Angaben können Rückschlüsse auf die Qualität des Weins erlauben.

Lesen Sie auch: Was ist eigentlich die Lage im Weinbau?

Geständnis könnte Strafe mildern

Vater und Sohn stünden nun zusammen vor Gericht. Der Vater sei mehrfach vorbestraft und gelte auch in diesem Fall als Strippenzieher. Vor dem Prozess soll er die Vorwürfe abgestritten haben. Nun aber scheint die Verhandlung eine andere Richtung einzuschlagen. Das Gericht habe einen Verständigungsvorschlag gemacht: Nach tragfähigen Geständnissen könne der Vater mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren auf Bewährung und der Sohn mit einer Geldstrafe rechnen. Ob die Winzer ein Geständnis ablegen und was die Staatsanwaltschaft zu diesem Vorschlag sagt, bleibe nach Angaben des SWR noch bis zum nächsten Prozesstag abzuwarten.



Rheinhessen: Im Herzen der Anbaugebiete

Rheinhessen ist Deutschlands größtes Weinanbaugebiet. Es liegt zwischen Alzey, Worms, Mainz und Bingen. Nördlich und östlich wird es vom Rhein umschlossen – auf der anderen Seite des Flusses befinden sich der Rheingau und die Hessische Bergstraße. Im Westen grenzt das Gebiet an das Nahetal und im Süden an die Pfalz. Hier, im Herzen mehrerer Weinanbaugebiete, finden Winzer ideale Bedingungen vor. Sanfte Hügellandschaften bestimmen das Rebgebiet und die vielfältigen Bodenverhältnisse ermöglichen ein breites Spektrum an Weinen. Es werden nicht nur hervorragende Weiß- und Rotweine hergestellt. In den letzten Jahren ist auch eine regelrechte Sektkultur entstanden.

Klima:
Mildes Klima, Durchschnittstemperaturen, im Schutz von Odenwald, Taunus und Donnersberg

Böden:
Quarzit, Sand, Mergel, Löss, Ton, Porphyr, Kalkstein, Braunerde, Rotliegend

Rebsorten:
Riesling, Müller-Thurgau, Silvaner, Weißer Burgunder, Grauer Burgunder, Scheurebe, Dornfelder, Spätburgunder, Portugieser

Besondere Attraktionen:

  • Blick von der Winzeralm bei Siefersheim
  • Blick vom Brudersberg
  • Weinstadt Worms
  • Rundwanderweg Hiwweltour Heideblick
  • Kupferberg-Besucherzentrum in Mainz, tiefster Sektkeller der Welt
  • Niersteiner Glöck, älteste Weinbergslage Deutschlands

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