Weinreben im eigenen Garten anpflanzen

Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, eigene Weinreben anzupflanzen? Dann haben wir gute Nachrichten: Der Anbau von Wein ist kein Hexenwerk. Und wenn er gelingt, schaffen Sie damit nicht nur ein idyllisches, südländisches Flair, sondern belohnen sich obendrein mit der leckeren Ernte.

22.03.2020
  • Lesezeit ca. 3 Minuten
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  • 22.03.2020
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Weintrauben
© webninjai/pixabay.com

In vielen südländischen Weinregionen hat es Tradition: Eigene Reben auf der Terrasse oder an der Hauswand sind hier keine Seltenheit. Doch auch in Gebieten, die nicht für den Weinbau bekannt sind, können Sie sich mit Weinreben ein ganz besonderes Sommerfeeling in den eigenen Garten oder auf den Balkon holen.

Was Sie benötigen

  • Weinreben (online erhältlich)
  • Erde & Kompost
  • 1 Eimer Wasser
  • Pflanzenstab / Rankgerüst 
    (alternativ können Sie auch einen Draht verwenden. Zusätzlich benötigen Sie dann eine Drahtzange und kleine Haken für die Wand.)
  • Gartenschere

Standort und Bedingungen

In erster Linie benötigen Weinreben Wärme und Sonne. In kühleren Regionen, die mit dem Klima Spaniens nicht mithalten können, muss der Standort daher mit Bedacht gewählt werden. Am besten eignen sich Hauswände, die nach Süden ausgerichtet sind. Die Reben sollten so viel Sonne wie möglich tanken können und vor Wind geschützt sein.

Für ein gutes Wachstum bieten sich Böden an, die schnell erwärmen. Suchen Sie zum Anbau also einen leichten Boden aus, der nicht zu feucht ist. Darüber hinaus muss die Beschaffenheit der Erde nicht unbedingt berücksichtigt werden. Weinreben stellen keine besonderen Ansprüche daran. Sie kommen sowohl mit ton- und lehmhaltiger Erde zurecht als auch mit kalk- und steinhaltigen Böden.

Übrigens: Es ist auch möglich, Weinreben in Kübeln wachsen zu lassen. Achten Sie dann aber darauf, dass sich keine Staunässe bildet.



Anbau

Sobald Sie den passenden Standort für Ihre Weinreben gefunden haben, können Sie mit dem Anbau beginnen. Die Ranken brauchen Halt zum Wachsen. Nutzen Sie dazu einen Pflanzstab oder ein Rankgerüst. Alternativ können Sie auch Haken an der Wand befestigen und einen Draht spannen, an dem die Ranken hinaufklettern können.

Die ideale Anbauzeit ist im Frühling, beziehungsweise im frühen Sommer. Zwischen April und Juni sollten die Reben gepflanzt werden. Achten Sie darauf, dass das Pflanzloch tief genug ist. Um die Rebe leichter aus dem Pflanzbehälter zu entfernen, stellen Sie ihn für einige Zeit in einen Eimer Wasser. Nehmen Sie den Behälter ungefähr eine Stunde vor dem Einpflanzen aus dem Wasser. Durch vorsichtiges Schütteln löst sich die Rebe und kann eingepflanzt werden. Füllen Sie das Pflanzloch mit einer Mischung aus Erde und Kompost auf. Wichtig ist, dass die Veredelungsstelle der Rebe oberhalb der Erde liegt. Sie erkennen die Veredelungsstelle an ihrer Verdickung. Sobald die Rebe gepflanzt ist, muss sie gründlich angegossen werden.

Achtung: Lassen Sie rechts und links von jeder Rebe genügend Platz. Eine einzelne Rebe können Sie im Laufe der Zeit nämlich zu einer meterlangen Spalierpflanze ziehen. Es reicht im Grunde also aus, wenn Sie nur eine Rebe einpflanzen.

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Pflege

Die anschließende Pflege der Weinrebe ist ausschlaggeben für den Erfolg des Anbaus. Vom Hauptstamm wachsen neue Triebe, an denen sich später die Trauben bilden. Diese Triebe müssen an den Rankgerüsten oder Drähten befestigt werden, um die Pflanzen zu ziehen. Wenn mehrere Seitenäste gleichzeitig treiben, wählen Sie den kräftigsten aus und befestigen ihn am Rankgerüst. Alle anderen neuen Triebe entfernen Sie mit der Gartenschere. Sie können die Pflanze auf eine gewünschte Stammhöhe stutzen. Was oberhalb davon wächst, können Sie im Herbst abschneiden. Wenn im Frühjahr neue Triebe wachsen, wählen Sie erneut die kräftigsten aus und befestigen Sie am Rankgerüst. Diesmal sollten es höchstens fünf Triebe sein. Den Resten schneiden Sie ab. Diesen Schnitt müssen Sie regelmäßig im Frühling und im Sommer vornehmen, um die Pflanze zu ziehen.

Im Winter benötigen die Pflanzen gegebenenfalls Frostschutz. Junge Reben sollten mit Vlies oder Tannenreisig abgedeckt werden. Außerdem bietet es sich an, um den Hauptstamm Erde oder Kompost anzuhäufen. Im Frühjahr muss dieser Schutz wieder entfernt werden, damit die Veredelungsstelle frei liegt.

Ernte

Die Erntezeit hängt von der Weinsorte ab, die Sie angebaut haben. Frühreifende Sorten können Sie oft schon im August ernten, andere erst im September oder Oktober. Das hängt aber auch davon ab, welche Bedingungen im Sommer herrschen. Je höher die Temperaturen, desto schneller reifen die Trauben. Sie erkennen reife Früchte an der typischen Traubenfarbe und daran, dass der Stiel zu verholzen beginnt. Machen Sie vor der Ernte einen Geschmackstest: Wenn die Trauben bereits etwas süß schmecken, warten Sie noch einige Tage, ehe Sie sie ernten.

Viel Erfolg und guten Appetit!


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