Rosé-Wein im Trend: Alles rund um den rosa Rebensaft

Rosé-Weine sind derzeit im wahrsten Sinne des Wortes in aller Munde. Unter Weinfreunden ist in den letzten Jahren ein wahrer Rosé-Trend zu beobachten, der sich immer größerer Beliebtheit erfreut. Beobachter sprechen gar von einem regelrechten Boom. Doch was ist ein Rosé eigentlich genau? Und was unterscheidet ihn vom klassischen Rot- oder Weißwein?

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Weingenuss an einer festlich gedeckten Tafel
© kaboompics/pixabay.com

Rosé-Weine sprechen den Verbraucher zunächst aufgrund der markanten Farbe an. Abgefüllt in einer Weißglas-Flasche springt das zarte bis kräftige Rosa im Regal sofort ins Auge. Aber auch geschmacklich ist der Rosé ein echter Allrounder und lässt keine Wünsche offen. Er lässt sich zudem zu fast jeder Jahreszeit in seiner fruchtigen, unkomplizierten Art mit einer Vielzahl von Speisen kombinieren und überzeugt daher durch seine Vielfalt.

Immer beliebter: Rosé ist das neue Weiß

Rosé-Weine steigen permanent in der Gunst der Konsumenten. Besonders im Weinland Frankreich ist dieser Boom zu spüren: In der Grande Nation wird mittlerweile mehr Rosé als Weißwein konsumiert. Aber auch in Deutschland ist dieser Trend zu spüren – stets gefördert vom Deutschen Weininstitut.

Normalerweise wird der Rosé auf 9 bis 13 Grad gekühlt, um ihn im Anschluss zu genießen. Nicht nur, aber vor allem in den Sommermonaten passt der frisch anmutende Rosé zu stilvollen Grillfesten mit Fisch oder Geflügel in lauen Sommernächten. Auch hier spricht er zunächst durch seine rosa Farbe an. Doch die fruchtige Frische lässt ihn auch im Geschmack überzeugen und ist für viele Weinfreunde mittlerweile mehr als nur eine Alternative zum Weißwein.

Geschichte und Herstellung

Ursprünglich wurden Rosé-Weine hergestellt, wenn bei der Lese in ertragreichen Jahren rote Trauben bei Herstellung von Rotweinen übrig geblieben sind. Doch aus der Not wurde über die Jahre eine Tugend, sodass es heute Rosé-Weine in unterschiedlichsten Facetten und Stilrichtungen gibt. Häufig werden die Weine allgemein als frisch und leicht wahrgenommen. Dieser Ruf haftet den Weinen an, da sie meist arm an Fruchtsäuren und Gerbstoffverbindungen sind. Doch gibt es auch schwerere Rosé-Weine. Genauso kann deren Farbe – je nach gewähltem Herstellungsverfahren – variieren.

Grundlegend werden für die Herstellung von Rosé-Weinen drei Verfahren unterschieden, die im Folgenden näher beleuchtet werden sollen. Auch wenn der Rosé im Volksmund mit einem Augenzwinkern gern als Mischung von Rot- und Weißwein bezeichnet wird, so zählt dieses Vorgehen nicht zu den offiziellen Herstellungsverfahren. Vielmehr werden die Direktpressung, die Mazeration sowie die Saignée-Methode unterschieden. Die Intensität der Farbe des fertigen Rosés hängt dabei vor allem von der Kontaktzeit von Saft und Traubenschale während der Herstellung ab.



Die Herstellungsverfahren im Vergleich

Bei der Direktpressung wird der Saft direkt aus den Trauben gepresst und aufgefangen. Der zurückbleibende Trester ist ohne weitere Bedeutung für die Weinherstellung und kann beispielsweise als Viehfutter Verwendung finden. Diese Verfahrensweise gleicht dem Vorgehen bei der Weißweinherstellung. Der aufgefangene Saft der roten Trauben wird anschließend in Fässern oder Tanks vinifiziert. Bei diesem Verfahren haben Saft und Schale nur während des Pressvorgangs kurzen Kontakt. Daher sind Rosé-Weine, die mit dem Verfahren der Direktpressung hergestellt werden, meist sehr zart in ihrer Farbe und vergleichsweise leicht im Charakter.

Die Mazeration hingegen gleicht zu Beginn der Rotweinherstellung. Der Saft wird dabei nicht abgepresst. Vielmehr werden die Beeren zerkleinert, sodass eine Mischung aus Saft, Schalen und Kernen entsteht: die sogenannte Maische. Diese Maische wird bei der Rotweinherstellung anschließend vergoren und erst nach einer längeren Kontaktzeit von bis zu mehreren Wochen abgepresst. Bei der Rosé-Herstellung mittels Mazeration wird der Kontakt hingegen bereits nach wenigen Stunden unterbrochen, indem die Maische abgepresst wird. Durch die im Vergleich zur Direktpressung längere Kontaktzeit von Saft und Beerenschale entstehen farbintensivere und charakterstärkere Rosé-Weine.

Als drittes Herstellungsverfahren sei an dieser Stelle die sogenannte Saignée-Methode genannt. Der Wortursprung kommt aus dem französischen und bedeutet so viel wie „Aderlass“. Bei dieser Verfahrensweise wird zunächst eine Rotweinmaische hergestellt – ähnlich zur vorstehend beschriebenen Mazeration. Doch nach einigen Stunden oder Tagen wird ein Teil der Maische ohne Feststoffe aus dem Gärbehälter abgezogen und weiter zu Rosé verarbeitet. Diese Trennung erfolgt ganz ohne Pressvorgang und ist daher namensgebend für das Verfahren. Aus der übrigen Maische wird in traditioneller Verfahrensweise Rotwein hergestellt. Resultat dieses Vorgehens können entsprechend der gewählten Kontaktzeit Rosé-Weine von einem zarten Rosa bis zu einem kräftigen Rot sein. Ein weiterer Vorteil des Verfahrens: In der zurückbleibenden Maische wird das Verhältnis von Feststoffen zur vorhandenen Flüssigkeit erhöht, wodurch in der Folge sowohl die Farb- als auch die Extraktkonzentration steigen und am Ende schwere sowie charakterstarke Rotweine entstehen. Dieses Herstellungsverfahren ist vor allem in den traditionellen Rotweinregionen rund um Bordeaux in Südfrankreich verbreitet.

Weißherbst vs. Rosé und sonstige Varianten

Beschäftigt man sich mit Rosé-Weinen, so stößt man meist schnell auch auf den Begriff Weißherbst, der jedoch meist nur im deutschen Sprachgebrauch zu finden ist. Gemäß deutschem Weinrecht handelt es sich bei einem Weißherbst um einen Rosé-Wein, der allerdings ausschließlich aus roten Trauben einer Rebsorte gekeltert wird. Diese Trauben müssen dabei einer Lage entstammen. Ein Weißherbst wird zudem mit dem Verfahren der Direktpressung hergestellt. Im Französischen ist ein solcher Wein in etwa vergleichbar mit dem „Vin gris“. Die Österreicher nennen diese Art von Wein „Gleichgepressten“, die Schweizer sprechen hingegen von einem „Süßdruck“.

Abschließend sollte an dieser Stelle ebenfalls erwähnt werden, dass es Rosé-Weine auch als prickelnde Variante gibt. Diese dienen gekühlt als willkommene sommerliche Erfrischung und können außerdem die ideale Grundlage für Sekt-Cocktails verschiedenster Art bilden.


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