Prosecco, Sekt, Champagner & Co.: Was ist der Unterschied?

Prosecco, Sekt und Champagner haben eins gemein: Es handelt sich um Wein mit Kohlensäure. Doch was unterscheidet die Schaum- und Perlweine eigentlich voneinander? Sind die Namen wie Synonyme zu verstehen? Handelt es sich um die gleiche Bezeichnung in verschiedenen Sprachen? Oder gibt es doch größere Unterschiede?

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  • 22.08.2021
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Schaumwein-Genuss in entspannter Atmosphäre
© Rawpixel.com/www.shutterstock.com

Prosecco, Sekt und vor allem Champagner gibt es meist zu besonderen Anlässen. Die prickelnden Getränke, die aus schlanken und hohen Gläsern getrunken werden, eignen sich besonders gut zum feierlichen Anstoßen. Doch während die meisten Menschen schon zu verschiedenen Perl- und Schaumweinen gegriffen haben, können nur wenige die Unterschiede erklären. Gibt es überhaupt signifikante Unterschiede? Oder handelt es sich um italienische, deutsche und französische Namen für ein und dasselbe Getränk? Und was genau bedeutet eigentlich Spumante, Frizzante, Crémant oder Cava?

Prosecco, Sekt und Champagner unterscheiden sich sehr wohl voneinander. Auf den ersten Blick zumindest im Preis. Grundsätzlich gilt Prosecco als die preisgünstigste Variante der Perl- und Schaumweine. Sekt kann, je nach Qualität, in der Preisklasse schon etwas höher eingeordnet werden, während Champagner hier als Spitzenreiter gilt. Der Preisunterschied kommt nicht von ungefähr. Denn Prosecco, Sekt und Champagner unterscheiden sich unter anderem in Herkunft, Herstellung und Qualität.

Prosecco: Italienische Herkunft

Prosecco gibt es als Spumante (Schaumwein), Frizzante (Perlwein) oder selten auch als Stillwein (Prosecco tranquilo). Spumante darf auch als Sekt bezeichnet werden, allerdings nur, wenn die Kohlensäure bei der Gärung entstanden ist. Es ist auch möglich, den Wein erst später mit Kohlensäure zu versetzen. In diesem Fall handelt es sich meist um Frizzante. Die Kohlensäure ist dann in der Regel geringer. Für die Herstellung von Prosecco wird Weißwein verwendet. Früher hieß die dafür eingesetzte Rebsorte „Prosecco“, daher der Name. Heute heißt die Rebsorte jedoch Glera. Der Name Prosecco bezeichnet nun ein Gebiet im italienischen Venetien, also die Anbauregion, in der Prosecco hergestellt wird. Seit der Umbenennung im Jahr 2010 ist die Herkunft deutlich strenger definiert. Vorher konnte die Rebsorte Prosecco theoretisch überall angebaut werden.

Farbe, Aromen, Säure, Anbaugebiete Rebsorte Glera
Infografik zur Rebsorte Glera
Farbe, Aromen, Säure, Anbaugebiete Rebsorte Glera
Infografik zur Rebsorte Glera

Sekt: Große Unterschiede in der Qualität

Beim Sekt handelt es sich wohl um den Verkaufsschlager der prickelnden Weine in Deutschland. Dabei gibt es große Unterschiede in der Qualität und Herstellung. Sekt der laut Etikett „in Deutschland hergestellt“ wurde, hat meistens keine aufwendige Flaschengärung erfahren, sondern gärt in großen Tanks. Er besteht in der Regel aus verschiedenen Grundweinen, die auch aus dem Ausland stammen dürfen. Diese werden zu einer Cuvée gemischt. Hochwertigerer Sekt wird als Qualitätsschaumwein bezeichnet und auf dem Etikett meist als „Deutscher Sekt“ ausgeschrieben. Voraussetzung ist, dass die Trauben aus Deutschland stammen. Aber auch hier sind Cuvées aus verschiedenen Sorten und Herkunftsorten erlaubt. Die Gärung findet auch beim Qualitätsschaumwein oft in Tanks statt. Darüber hinaus gibt es Qualitätsschaumwein aus bestimmten Anbaugebieten. Die Trauben müssen aus einem einzigen Anbaugebiet stammen, dann darf auf dem Etikett die Bezeichnung „Sekt b.A.“ verwendet werden. Üblicherweise gärt dieser Qualitätsschaumwein neun Monate lang in der Flasche, wodurch die Kohlensäure entsteht und nicht hinzugegeben werden muss. Oft ist daher auch die Bezeichnung „traditionelle Flaschengärung“ auf dem Etikett zu finden.

Champagner: In Frankreich erfunden

Champagner gilt als Spitzenreiter der Schaumweine. Er verkörpert hohe Qualität und edlen Genuss. Namensgebend ist die Region, in der der Schaumwein seinen Ursprung hat. In der französischen Champagne (ca. 150 Kilometer nördlich von Paris) entstand der prickelnde Schaumwein eher aus Zufall – damals galt das Getränk als Wein des Teufels, weil er in den Flaschen zu gären begann und teilweise für platzende Flaschen und herausspringende Korken sorgte. Erst später entwickelte sich der Champagner zum Luxusgetränk.

Schaumwein darf nur als Champagner bezeichnet werden, wenn er tatsächlich aus der Champagne stammt. Außerdem muss er aus bestimmten Rebsorten hergestellt werden, zum Beispiel Chardonnay, Pinot Meunier und Pinot Noir. Weitere Anforderungen sind zum Beispiel die Weinlese per Hand oder die Gärung im Holzfass. Anschließend kann der Champagner in der Flasche weiter gären. Insgesamt muss die Gärung mindestens 15 Monate betragen.

Cava und Crémant: Die Champagner-Alternativen

Schaumweine namens „Cava“ gelten als das spanische Pendant zum Champagner. Sie sind in der Herstellung sehr ähnlich. Cava muss mindestens 9 Monate auf der Hefe gären, es gibt aber auch höhere Reifestufen, zum Beispiel mit 18 oder sogar 30 Monaten Gärverfahren. Die Herkunft der Trauben ist nicht festgelegt.

Crémant ist ein weiterer Konkurrent für den klassischen Champagner. Er wird ebenfalls in Frankreich hergestellt, allerdings nicht in der Region Champagne. Auch hier gelten ähnliche Regeln für die Herstellung wie beim Champagner und beim Cava. Vergleichbar damit ist außerdem der in Deutschland hergestellte Winzersekt.


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