Wie kommt die Farbe in den Wein und was bedeutet sie?

Auf die Frage, welche Farbe ein Wein haben kann, würden viele Menschen wahrscheinlich antworten: Rot, Weiß oder Rosé. Im Prinzip ist das auch richtig – doch wenn man es genauer betrachtet, ist die Farbpalette viel größer. Und sie zu kennen, kann einige Vorteile haben. Denn die Farbe des Weins lässt Rückschlüsse auf seinen Geschmack, seine Herkunft und sein Alter zu.

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Weinflaschen
© id-art/www.shutterstock.com

Edle Tropfen gibt es in allen erdenklichen Farben. Sie können beinahe farblos sein, aber auch in goldenen Tönen daherkommen, genau wie in Rosa, kräftigem Rot oder dunklem Violett bis Blauschwarz.

Ein weitverbreiteter Irrtum besagt, dass weißer Wein aus grünen Trauben, roter Wein aus roten Trauben und Roséwein aus einer Mischung von beidem hergestellt wird. Ganz so einfach ist es jedoch nicht. Denn Weißwein kann sehr wohl auch aus roten Trauben gekeltert werden. Ihr Saft ist häufig weiß und damit nicht für die rote Färbung des Weins verantwortlich. Diese kommt aus den zerdrückten Beerenschalen, der sogenannten Maische. Die Farbe des Weins hängt deshalb unter anderem davon ab, wie lange der Saft auf der Maische liegt und die darin enthaltenen Farbstoffe aufnimmt. Aber auch andere Faktoren spielen eine Rolle und offenbare interessante Details über den Wein.

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Weißwein

Weißweine können in ganz unterschiedlichen Tönen auftreten. Von hellen, weißlichen Farben bis hin zu Bernstein oder Gelbbraun ist alles möglich. Grundsätzlich gilt, dass sie mit dem Alter dunkler werden. Junge, trockene Weine mit viel Säure sind daher in der Regel sehr hell und haben oft einen grüngelblichen Farbton. Dunkelgelber bis goldener Wein präsentiert sich dagegen meist schwer und mit hohem Alkoholgehalt. Es kann sich aber auch um einen edlen Tropfen handeln, der bereits etwas gereift bzw. gealtert ist. Sehr alte und qualitativ hochwertige Weine sind meist dunkelgold oder bernsteinfarben.

Oft hängt die Farbe auch mit der Rebsorte zusammen. Ein Chardonnay ist in der Regel gelblicher, während zum Beispiel ein Sauvignon Blanc eher eine blassere Farbe hat. Aber auch der Ausbau spielt eine Rolle. Ist der Wein zum Beispiel im Barrique (Holzfass) gereift, nimmt er eine dunklere Farbe an. Edelsüße Weine sind außerdem immer dunkler als trockene Weine, die aus der gleichen Rebsorte hergestellt wurden.

Farbübersicht für Weißweine

  • Fast klar, farblos
  • Grüngelb
  • Hellgelb
  • Zitronengelb
  • Hellgold
  • Gelbgold
  • Dunkelgold
  • Bernstein
  • Gelbbraun


Rotwein

Beim Rotwein verhält es sich genau andersherum als beim Weißwein. Je älter er wird, desto mehr verliert er an Farbe. Junge Rotweine sind deshalb oft kräftig rot bis violett. Hier spielt aber auch das Anbaugebiet eine Rolle. Als Faustregel gilt: Je wärmer die Region, desto dunkler werden die Weine. Dennoch gibt es auch zwischen den Rebsorten Unterschiede. Spätburgunder bringt zum Beispiel weniger farbintensive Weine hervor als Trauben mit dickerer Schale. Dazu gehören Merlot, Cabernet Sauvignon oder Dornfelder.

Grundsätzlich handelt es sich bei hellen Roten um leichtere Weine, während dunkle Rotweine meist sehr körperreich und tanninhaltig sind.

Farbübersicht für Rotweine

  • Hellrosa
  • Pink
  • Hellrot
  • Ziegelrot
  • Rubinrot
  • Kirschrot
  • Granatrot
  • Violett
  • Purpur
  • Blauschwarz


Roséwein

Bei Rosé handelt es sich, wie oben bereits erwähnt, nicht um eine Mischung aus Rot- und Weißwein. Er wird auch nicht aus „halbroten“ Trauben hergestellt. Die Farbgebung hängt lediglich davon ab, wie lange der Saft auf der Maische ruht. Deshalb haben auch Roséweine eine große Farbpalette, die allerdings kaum Rückschlüsse über den Geschmack oder die Qualität des Weins zulässt.

Farbübersicht für Roséweine

  • Lachs
  • Grapefruit
  • Blutorange
  • Himbeere
  • Erdbeere
  • Johannisbeere
  • Tomate
  • Süßkirsche

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