Zurück zu den Wurzeln: Bodenarten und ihr Einfluss auf den Wein

Oft wird im Zusammenhang mit dem Weinbau vom sogenannten Terroir, beziehungsweise von Boden und Lage gesprochen. Aber was bedeutet es eigentlich, wenn ein Weinkenner bei der Verkostung davon spricht, dass der Wein „ein tolles Terroir“ hat? Und wie wirken sich Bodenarten auf den edlen Tropfen aus?

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Weinberg
© alohamalakhov/pixabay.com

Wer sich mit dem Thema Wein beschäftigt, stößt früher oder später unweigerlich auf den Begriff Terroir. Er wurde abgeleitet vom lateinischen terra für Erde. In Frankreich wurde der Ausdruck Terroir im Zusammenhang mit der Herkunftsbezeichnung von Wein geprägt.

Terroir: Boden, Lage, Klima

Anders als die Wortabstammung vermuten lässt, beschreibt das Terroir nicht nur die Erde oder den Boden, auf dem ein Rebstock wächst. Vielmehr handelt es sich hier um einen Oberbegriff, der mehrere Faktoren umfasst, die sich gegenseitig ergänzen und schließlich eine Einheit bilden. Neben dem Boden gehören dazu auch alle anderen natürlichen Einflüsse, die auf den Weinbau einwirken. Sowohl die Lage (also der geografische Anbauort) als auch das Klima mit Temperaturen, Sonneneinstrahlung, Niederschlägen und Witterungsbedingungen spielen eine Rolle.

All diese Faktoren wirken sich direkt auf die Entwicklung eines Weins aus. Aus ihnen ergeben sich für jeden Wein ganz eigene, charakteristische Merkmale. Grundsätzlich gilt: Je besser eine Rebsorte an den Boden, das Klima und die Lage angepasst ist, desto intensiver finden sich die typischen Geschmäcker im Wein wieder. Meist ist es am einfachsten, die Bodenart herauszuschmecken.

Typische Bodenarten

Ganz nach dem Motto back to the roots, also zurück zu den Wurzeln, kann man vom Geschmack des fertigen Weins Rückschlüsse auf die Bodenart ziehen, in der ein Rebstock gewachsen ist. In der Regel ergeben sich aus sauren Böden mit niedrigem ph-Wert Weine mit geringer Säure. Umgekehrt sorgen Böden mit hohem ph-Wert für säurehaltige Weine.

Kalkhaltiger Boden

Kalkhaltige Erde, Kalkstein oder Ton enthalten Magnesium und Kalzium, was eine Säurebildung der Trauben begünstigt. Dadurch haben Weine oft ein sehr gutes Alterungspotenzial. Kalkhaltiger Boden ist zum Beispiel in der Rioja in Spanien, im Burgund oder in der Champagne zu finden. Auch spezielle Bodenarten wie Löss, Mergel oder Kreide enthalten viel Kalk. Genauso wie Tuff oder Basalt, die vulkanischen Ursprungs sind.

Vulkanboden

Vulkanböden enthalten, wie bereits erwähnt, viel Kalk. Beim sogenannten Tuff handelt es sich um eine kalkhaltige Tonerde mit vulkanischem Ursprung. Basalt enthält ebenfalls viel Kalk, aber auch Mineralstoffe. Vulkanböden sind typisch für die kanarischen Inseln und können rauchige Noten in den Wein bringen.



Tonboden

Tonböden sind in der Lage, viel Wasser zu speichern und liefern damit besonders hohe Erträge. Die Weine lassen sich allerdings selten elegant ausbauen.

Granitboden

Granit ist ein mineralisches, hartes Gestein, dessen Charakter sich auch im Wein wiederfindet. Granitböden sind zum Beispiel im spanischen Arribes oder im Beaujolais verbreitet und ergeben Weine mit geringer Säure und mineralischen Noten.

Schiefer

Bei Schiefer handelt es sich ebenfalls um ein hartes Gestein, das zum Beispiel auch in Deutschland eine hohe Bedeutung für den Weinbau hat. Es speichert Wärme und ermöglicht in nördlichen Gebieten erst den Anbau mancher Rebsorten. Schieferböden bringen leichte und elegante Weine hervor, die mit besonderem Charakter und Mineralität punkten können.

Quarz und Kiesel

Quarz und Kiesel haben einen niedrigen ph-Wert. Es handelt sich also um saure Mineralien, aus denen Weine mit geringem Säuregehalt entstehen. Sie sind in vielen Böden enthalten. Je mehr Quarz oder Kiesel im Boden vorkommen, desto weniger Säure enthalten die Weine.

Sandboden

Auf Sandboden entstehen ebenfalls säurearme Weine. Sie reifen früh und können auf dem leichten Boden einen duftigen Charakter entwickeln.


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