Welche Aromen verstecken sich in welchem Wein?

Wein besteht zwar aus Trauben. Trotzdem riecht und schmeckt er fast nie danach. Nur in den allerseltensten Fällen tauchen tatsächlich Trauben-Aromen auf. Meist sind es ganz andere Gerüche und Geschmacksrichtungen, die sich entfalten und den edlen Tropfen so köstlich machen. Mit etwas Hintergrundwissen, viel Übung und den richtigen Hilfsmitteln kann jeder Weintrinker lernen, diese Aromen zu erkunden.

17.03.2019
  • Lesezeit ca. 2:30 Minuten
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    17.03.2019
  • Lesezeit ca. 2:30 Minuten
Eine Frau trinkt Rotwein
© Helena Lopes/www.pexels.com

Kennen Sie das, wenn Sie genüsslich ein Weinglas schwenken und Ihnen herrliche Aromen in die Nase steigen? Erkunden Sie gerne außergewöhnliche Weine und sind immer wieder verblüfft, wie die Düfte sich auch als Geschmackserlebnis auf der Zunge wiederfinden? Nein? Dann sind Sie vermutlich der Ansicht, dass Sie „da einfach nichts Besonderes riechen oder schmecken können.“ Hauptsache, der Wein mundet. Aber dabei entgeht Ihnen vieles. Die gute Nachricht: Man kann lernen, Weinaromen zu erkennen.

3 Aroma-Arten

Beim Wein wird zwischen drei verschiedenen Aroma-Arten unterschieden. Das sogenannte Primäre Weinaroma stammt aus den verwendeten Trauben selbst. Je nach Rebsorte handelt es sich dabei zum Beispiel um Pflaumen, Beeren, Zitrusfrüchte oder Äpfel. Das Sekundäre Weinaroma entsteht bei der Weinherstellung, hauptsächlich während der Gärung. Typisch sind hier Aromen nach Hefe, Milch oder auch Konfitüre. Das Tertiäre Weinaroma entsteht erst durch die Reifung im Fass. Je nach Fassart und Dauer der Lagerung entfalten sich hier zum Beispiel Aromen von Holz, Vanille oder feuchten Blättern.

Typische Rotweinaromen

Zu typischen Rotweinaromen zählen Frucht-, Kräuter- und andere Aromen.
Infografik Typische Rotweinaromen
Zu typischen Rotweinaromen zählen Frucht-, Kräuter- und andere Aromen.
Infografik Typische Rotweinaromen

Typische Aromen für verschiedene rote Rebsorten

  • Blaufränkisch / Lemberger: Brombeeren, Pflaumen, Sauerkirschen, Pfeffer
  • Cabernet Franc: Erdbeeren, Himbeeren, grüne Paprika, Veilchen
  • Cabernet Sauvignon: Heidelbeeren, Johannisbeeren, Leder, Tabak
  • Dornfelder: Brombeeren, Holunder, Sauerkirschen, grüne Paprika
  • Merlot: Johannisbeeren, Kirschen, Pflaumen, Pilze
  • Pinotage: Pflaumen, Sauerkirschen, Schokolade
  • Sangiovese: Brombeeren, Kirschen, Preiselbeeren, Veilchen
  • Spätburgunder: Erdbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren, Nelken
  • Syrah: Johannisbeeren, Nelken, Pfeffer, Zedernholz
  • Tempranillo: Brombeeren, Johannisbeeren, Pflaumen, Leder
  • Zweigelt: Kirschen, Pflaumen


Typische Weißweinaromen

Zu typischen Weißweinaromen zählen Frucht-, Kräuter- und andere Aromen.
Infografik Typische Weißweinaromen
Zu typischen Weißweinaromen zählen Frucht-, Kräuter- und andere Aromen.
Infografik Typische Weißweinaromen

Typische Aromen für verschiedene weiße Rebsorten

  • Chardonnay: Äpfel, Pfirsiche, Butter, Haselnüsse, Vanille
  • Riesling: Äpfel, Zitronen, Birnen, Pfirsiche
  • Gewürztraminer: Aprikosen, Litschis, Orangenmarmelade, Honig, Veilchen, Akazienblüten, Rosenblüten
  • Grauburgunder: Äpfel, Birnen, Ananas, Nüsse, Honig
  • Weißburgunder: Äpfel, Birnen, Quitten, diverse Zitrusfrüchte
  • Grüner Veltiner: Grüne Äpfel, Zitronen, Pfeffer
  • Müller-Thurgau: Grüne Äpfel, Zitronen
  • Sauvignon Blanc: Grapefruit, Stachelbeeren, Zitronen, Heu
  • Silvaner: Äpfel, Stachelbeeren, Quitten, Heu

Unterschiede auch bei gleichen Rebsorten

Bei den oben genannten Aromen handelt es sich nur um typische Noten, die bei den jeweiligen Rebsorten immer wieder auftreten können. Garantiert ist das allerdings nicht. Denn auch bei gleichen Rebsorten können sich ganz unterschiedliche Aromen entfalten. Die Unterschiede hängen vor allem mit dem Klima zusammen. So können sich bei gleichen Rebsorten aus verschiedenen Regionen ganz andere Aromen entwickeln. In kälteren Regionen sind sie in der Regel eher frisch und in wärmeren Gebieten meist reifer. Ein Chardonnay aus dem Burgund kann zum Beispiel ganz klassisch nach Äpfeln und Zitrusfrüchten duften, während ein Chardonnay aus Kalifornien eher an Mango und Passionsfrucht erinnert.



Aromen erkennen mit dem Aromarad

Neben den typischen Aromen, die oben aufgeführt sind, gibt es noch unzählige weitere Düfte und Geschmäcke, die ein Wein präsentieren kann. Sie zu erkennen, ist nicht immer ganz einfach. Selbst langjährige Weintrinker sind nicht unbedingt in der Lage, auf Anhieb herauszufinden, welche Aromen sich im Wein verstecken. Als Hilfsmittel dient das sogenannte Wein-Aromarad. Aromaräder gibt es nicht nur für Weine, sondern auch für andere Nahrungs- und Genussmittel, wie zum Beispiel Kaffee, Tee, Whiskey oder Schokolade.

Wegen der enormen Vielfalt gibt es nicht ein allgemeingültiges Wein-Aromarad, sondern viele verschiedene Varianten. Im Prinzip funktionieren sie aber alle gleich. Meistens besteht das Aromarad aus drei Kreisen, die in unterschiedliche Bereiche eingeteilt sind. Diese sollen dabei helfen, das Aroma des Weins zu bestimmen. Man arbeitet sich von innen nach außen vor, indem man zunächst am Wein riecht und prüft, welche Geruchsrichtung aus dem ersten Kreis zutrifft. Von diesem Ausgangspunkt geht es weiter in die äußeren Kreise, die immer konkreter werden. Wer zum Beispiel schon erkannt hat, dass der Wein ein blumiges Aroma hat, kann im nächsten Schritt versuchen festzustellen, ob es sich zum Beispiel um Rosen, Akazien oder Veilchen handelt.

Ein Aromarad zum Üben können Sie ganz einfach im Internet herunterladen oder bestellen.

Übrigens: Bei vielen Aromarädern sind auch Weinfehler aufgelistet. Woran Sie diese erkennen, lesen Sie hier.


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