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Herrlich herbstlich: So gut schmeckt die bunte Jahreszeit

Morgen ist offizieller Herbstanfang. Trauern Sie schon den warmen Abenden auf der Terrasse nach, die Sie bei einem erfrischenden Glas Wein genossen haben? Vorsicht, damit tun Sie dem Herbst unrecht. Denn die bunte Jahreszeit gilt als Höhepunkt der Weinlese und ermöglicht endlich wieder vollmundigen und intensiven Genuss. Freuen Sie sich darauf!

22.09.2019
  • Lesezeit ca. 5 Minuten
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  • 22.09.2019
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Weingenuss im Herbst
© SvenHilker/pixabay.com

Der Sommer neigt sich dem Ende. Das bedeutet nicht nur kurze Tage und kalte Temperaturen, sondern auch bunte Farben, knisterndes Laub, gemütliche Stimmung und ganz spezielle Gaumenfreuden. Wer den Herbst zu schätzen weiß, kann ihn mit allen Sinnen genießen. Besonders für Weinliebhaber bricht jetzt eine genussvolle Zeit an.

Wie der Herbst zu seinem Namen kam

„Der Frühling ist zwar schön; doch wenn der Herbst nicht wär‘, wär‘ zwar das Auge satt, der Magen aber leer.“ So brachte einst der deutsche Barockdichter Friedrich Freiherr von Logau die Bedeutung des Herbstes auf den Punkt. Und das ganz zu Recht. Denn das Wort Herbst geht auf den gleichen sprachgeschichtlichen Ursprung zurück wie der englische Ausdruck harvest oder to harvest. Übersetzt bedeutet das Erntezeit oder ernten. Im Mittelalter meinte man, wenn vom herb(e)st die Rede war, nicht vorrangig die Jahreszeit, sondern die Zeit der Ernte, insbesondere der Weinernte. Das Verb herbsten oder herbesten wird im Mittelhochdeutschen Wörterbuch übersetzt in Wein lesen. Auch heute wird die Weinlese oft noch als Herbsten bezeichnet.

Dunkle Tage, dunkle Stimmung?

Im Herbst dreht sich nicht nur das Wetter, sondern auch die Stimmung. Für die meisten Winzer wird es ab Mitte oder Ende September ernst. Reife Trauben sind bereit, ausgelesen zu werden. Neue Jahrgänge stehen in den Startlöchern. Während Winzer den Höhepunkt des Jahres erleben, droht bei anderen Menschen der Tiefpunkt. Denn manchen schlagen die dunklen Tage sofort aufs Gemüt.

Aber so muss es nicht sein. Denn mit etwas Optimismus lässt sich die Vielfalt des Herbstes erkennen: Es wird nicht nur dunkler, sondern auch bunter. Draußen wird es kälter, zu Hause dafür umso wärmer. Natur, Mode, Dekoration und sogar Lebensmittel begegnen uns in bunten Farben. Warme Töne bieten der kalten Jahreszeit die Stirn und sorgen an ungemütlichen Tagen für gemütliche Stimmung.

Kalte Temperatur, warmer Tropfen

Auch Herbstweine können dazu einen Beitrag leisten. Während draußen die Temperaturen sinken, darf es im Weinglas wieder etwas wärmer zugehen. Im Sommer sorgen besonders Weißweine und Rosés für die nötige Erfrischung. Ab jetzt wird Rotwein wieder zur klassischen Wahl. Mit vollmundigem, samtigem und fruchtigem Geschmack sorgt er für herbstliche Stimmung und rundet so manchen behaglichen Abend ab.

Während Rotweintrinker im Sommer am besten auf leichte Weine auswichen, die sie bei niedrigerer Temperatur trinken konnten, dürfen Sie jetzt wieder zu kräftigen Sorten greifen. Sie sind die ideale Ergänzung zu ebenso intensiven Gerichten, die sich auf dem herbstlichen Speiseplan finden.



Spätburgunder

Spätburgunder oder Pinot noir zeichnet sich durch seine dunkle, tiefrote Farbe aus. Es handelt sich um eine besonders alte und hochwertige Rebsorte, die zur Burgunderfamilie gehört. Wie der Name sagt, stammt sie ursprünglich aus dem Burgund aus Frankreich. Mittlerweile wächst sie überall auf der Welt. Der Spätburgunder ist vollmundig und saftig mit fruchtigem Aroma und süßlichem Duft nach roten Früchten wie Erdbeeren, Kirschen oder Brombeeren. Oft besticht er auch durch ein leichtes Mandelaroma oder Vanille-Zimt-Nuancen. Hauptsächlich wird Spätburgunder trocken ausgebaut, teilweise auch mit etwas Restsüße.

Dornfelder

Der tiefdunkle Wein, der seinen Ursprung in Württemberg hat, gilt als die erfolgreichste deutsche Rotwein-Neuzüchtung. Er ist gehaltvoll, geschmeidig und harmonisch. Vornehmlich wird Dornfelder trocken ausgebaut, teilweise auch halbtrocken. Meist zeichnet er sich durch fruchtige Aromen nach Sauerkirsche, Holunder oder Brombeeren aus. Manche Winzer konzentrieren sich beim Ausbau jedoch weniger auf das Fruchtaroma, um Gerbstoffe und Struktur des Weins zu betonen.

Portugieser

Der Portugieser ist mit seiner rubinroten Farbe heller als viele andere Rotweine. Er ist vollmundig und süffig im Geschmack und besticht durch seinen erfrischenden Charakter. Der Duft nach roten Früchten wie Johannisbeeren, Himbeeren oder Erdbeeren wird oft begleitet von einer pfeffrigen Note. Für Roséliebhaber ist im Herbst auch der Portugieser Weißherbst interessant.

Blauer Zweigelt

Beim Blauen Zweigelt handelt es sich um eine österreichische Neuzüchtung. Der dunkelrote, fast violette Wein ist besonders wegen seiner vielseitigen und unkomplizierten Art beliebt. Zweigelt-Weine sind körperreich und zeichnen sich durch Vanille- und Sauerkirsch-Aromen aus. Auch leichte Pfeffer- oder Zimttönte sind möglich. Im Geschmack sind sie weich und saftig mit einer angenehmen Würze.

Herbstliches Beileid für Weißweintrinker?

Nicht nötig. Denn wer glaubt, dass er nun auf den Genuss von Weißwein verzichten muss, irrt. Es gibt durchaus weiße Herbstweine, die mit intensivem und fruchtigem Geschmack gut in die gemütliche Jahreszeit passen. Edle Spätlesen gehören dazu.

Riesling Spätlese

Rieslingweine gibt es in vielen verschiedenen Geschmacksrichtungen und Qualitätsstufen. Im Herbst bieten sich Weine mit dem Prädikat Spätlesen an. Das Aroma nach Pfirsich, Aprikosen oder Äpfeln deutet schon auf den intensiven Fruchtgeschmack hin.

Weißburgunder Spätlese

Der Weißburgunder gilt eigentlich als klassischer Frühlings- und Sommerwein. Wird er als Spätlese im Barriquefass ausgebaut, eignet er sich mit seinen nussigen und fruchtigen Aromen auch hervorragend für den Herbst. Der zarte Duft erinnert an Nüsse, Äpfel, Birnen, Aprikosen, Zitrusfrüchte oder auch frische Ananas.

Gerichte mit herbstlicher Empfehlung

Im Herbst verändert sich auch der Speiseplan. Es kommen ganz spezielle Gerichte auf den Tisch – besonders Pilze, Kürbis und Wild erfreuen sich großer Beliebtheit. Die richtige Weinbegleitung rundet den herbstlichen Genuss ab.

Zur Pilzpfanne schmecken Grauburgunder oder Weißburgunder. Die milde Säure des Weißburgunders harmoniert besonders mit dem frischen Geschmack von Steinpilzen. Wer Pilze herzhaft zubereitet und sie zum Beispiel kross in Butter brät, kann dazu auch einen kräftigeren Riesling trinken.

Beim Kürbis eröffnen sich viele Optionen. Er kann sowohl herzhaft als auch süß zubereitet werden. Wird er zu pikanten Beilagen oder würzigen Suppen verarbeitet, bieten sich Weißburgunder oder Silvaner als Begleitung an. Sie ergänzen die Fruchtaromen des Kürbisses und gehen gleichzeitig auf seine Würze ein. Wird der Kürbis süß zubereitet und zum Beispiel geröstet, erinnert er geschmacklich etwas an Maronen. Zu diesem karamellisierten Geschmack passt ein Dornfelder oder ein anderer ausdrucksstarker Rotwein. Ein edelsüßer Riesling ist hingegen die perfekte Ergänzung zu einem Nachtisch wie Kürbiskuchen.

Wildgerichte zeichnen sich durch einen sehr dominanten Geschmack aus. Besonders Wildbraten benötigt einen ausdrucksvollen Weinpartner. Kräftige Rotweine wie Spätburgunder sind ideal, weil sie das Essen nicht dominieren, es aber trotzdem mit dem intensiven Geschmack aufnehmen können.

Lesen Sie auch: 14 herbstliche Weinrezepte für die bunte Jahreszeit

Herbstklassiker: Federweißer und Zwiebelkuchen

Federweißer gehört zur bunten Jahreszeit wie das Laub an den Bäumen. Jedes Jahr bringt er die frohe Herbstbotschaft. Federweißer (oder Ferderroter) kann sowohl aus weißem als auch aus rotem Traubenmost gewonnen werden. Er schmeckt süß und wird wegen seines leichten Prickelns auch Rauscher, Sauser oder Brauser genannt. Es handelt sich noch nicht um fertigen Wein, denn die alkoholische Gärung des Traubenmosts hat zwar begonnen, wurde aber nicht abgeschlossen. Sie geht in der Flasche weiter, weshalb diese luftdurchlässig verschlossen ist. Darum muss Federweißer immer stehend transportiert werden – ansonsten läuft er aus.

Zusammen mit deftigem Zwiebel- oder Flammkuchen eignet sich Federweißer ideal, um den Herbst einzuläuten. Das herbstliche Getränk und das herzhafte Gericht ergänzen sich perfekt. So ist es plötzlich gar nicht mehr schlimm, dass die Tage immer kürzer werden. Denn je eher es Abend wird, desto früher beginnt der gemütliche Genuss.


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